Brandschutzerziehung auf Türkisch – dort, wo wir die Kinder erreichen
Ein wichtiger Bestandteil unseres Projekts Gemeinsam im Feuer findet dort statt, wo wir bereits früh etwas bewegen können: in Grundschulen.
Im Rahmen unserer Arbeit besuchen wir gezielt Klassen mit türkischem Unterricht. Dort vermitteln wir Brandschutzerziehung, erklären das deutsche Feuerwehrsystem und zeigen den Kindern gleichzeitig, welche Möglichkeiten ihnen die Jugendfeuerwehr und später die Freiwillige Feuerwehr bieten.
Das Besondere dabei: Vor den Kindern steht nicht einfach nur ein Feuerwehrmann – sondern ein türkischer Feuerwehrmann, der ihre Sprache spricht.

Bild 1: „Türkischsprachiger Feuerwehrmann von Gemeinsam im Feuer gemeinsam mit Grundschulkindern nach einer Brandschutzerziehung.“
Brandschutzerziehung ohne Sprachbarrieren
Wie verhalte ich mich, wenn es brennt? Wie funktioniert der Notruf? Warum sieht ein Feuerwehrmann mit seiner vollständigen Schutzkleidung plötzlich ganz anders aus?
Solche Fragen besprechen wir mit den Kindern altersgerecht und möglichst praxisnah.
Dabei geht es nicht nur darum, Wissen zu vermitteln. Wir wollen Berührungsängste abbauen und Vertrauen schaffen.
Gerade ein Feuerwehrmann in vollständiger Einsatzkleidung kann auf Kinder zunächst ungewohnt oder einschüchternd wirken. Deshalb lernen sie bei unseren Besuchen die Ausrüstung kennen und verstehen: Unter Helm und Schutzkleidung steckt ein Mensch, der gekommen ist, um ihnen zu helfen.
Feuerwehr erklären – und neue Perspektiven schaffen
Viele Kinder mit Migrationshintergrund und auch deren Familien kennen die Strukturen des deutschen Feuerwehrwesens nicht.
Insbesondere das System der Freiwilligen Feuerwehr und Jugendfeuerwehr ist nicht überall selbstverständlich bekannt.
Deshalb nutzen wir unsere Besuche auch zur Aufklärung.
Wir erklären, dass Menschen in Deutschland ehrenamtlich Feuerwehrdienst leisten und dass grundsätzlich jeder die Möglichkeit haben kann, Teil dieser Gemeinschaft zu werden.
Und genau hier beginnt für uns auch Mitgliedergewinnung.

Bild 2: „Brandschutzerziehung im türkischen Unterricht einer Grundschule durch das Projekt Gemeinsam im Feuer.“
Wenn Kinder sich selbst in der Feuerwehr sehen können
Wenn wir mehr Vielfalt in unseren Feuerwehren wollen, können wir nicht einfach darauf warten, dass Menschen irgendwann von allein zum Feuerwehrhaus kommen.
Wir müssen auf sie zugehen.
Ein türkischsprachiger Feuerwehrmann vor einer Klasse mit Kindern, die Türkisch lernen oder einen türkischen Familienhintergrund haben, kann dabei etwas Entscheidendes bewirken: Identifikation.
Die Kinder erleben unmittelbar, dass Feuerwehr nicht an Herkunft oder Sprache gebunden ist.
Vielleicht nimmt ein Kind nach unserem Besuch mit nach Hause, wie es sich bei einem Brand richtig verhält.
Vielleicht erzählt ein anderes seinen Eltern von der Jugendfeuerwehr.
Und vielleicht steht eines dieser Kinder einige Jahre später selbst in Feuerwehrkleidung.
Genau deshalb verbindet Gemeinsam im Feuer bei diesen Schulbesuchen drei Bereiche miteinander: Brandschutzerziehung. Aufklärung. Mitgliedergewinnung.
Integration praktisch leben
Unser Ziel ist nicht, ausschließlich über Integration und Vielfalt zu sprechen.
Wir wollen sie praktisch leben.
Dafür gehen wir dorthin, wo wir Menschen erreichen können, schaffen Begegnungen und zeigen Kindern frühzeitig: Auch für dich kann ein Platz in der Feuerwehr sein.